Ort: Musikschule Leverkusen, Friedrich-Ebert-Straße 41
Zeit: 18.00 - 21.00 Uhr
Einlass: 17.30 Uhr
Ort: Turnhalle der Lebenshilfe-Wohnstätte für Menschen mit einer geistigen Behinderung, Stegerwaldstraße 4
51373 Leverkusen
Zeit: 17.00 Uhr
Ort: Besprechungsraum im Dezernat III der Stadtverwal-
tung Leverkusen, 4. Etage, in der Miselohestraße 4
Zeit: 17.00 Uhr
Verlauf und Ergebnisse des 1. Projektforums verdeutlichen wichtige Prinzipien, mit denen das Projekt „Impulse für generationsüber-greifendes bürgerschaftliches Engagement durch wirkungsorientiert Steuerung“ arbeitet.
Die Beteiligten sind sowohl Männer und Frauen mit geistiger Behinderung in Leverkusen, deren Realität durch das Projekt verändert werden soll, als auch ihre Angehörigen und die (potenziell) bürgerschaftlich Aktiven, die sich im Bereich Behindertenhilfe engagieren oder engagieren sollen. Sie alle waren zum Projektforum eingeladen, und alle Gruppen waren vor Ort vertreten:
Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit geistiger Behinderung notierten ihre Wünsche bei der Ideensammlung im Plenum und kamen in den Arbeitsgruppen zu Wort. Vier Vertreter/-innen von Heim- bzw. Werkstattbeiräten sind Mitglieder der Lenkungsgruppe.
Auch Mitglieder von Eltern-, Angehörigen- und Betreuerräten sind im Lenkungsausschuss vertreten und steuern hier ihre Perspektive bei. Angehörige sind aber auch in den beiden Teams „Manfort/ Wiesdorf“ und „Opladen“ vertreten und prägen die Arbeit vor Ort mit.
Nicht nur über, sondern mit bürgerschaftlich Engagierten reden: Das war sowohl im Plenum als auch in den Arbeitsgruppen möglich. Männer und Frauen mit christlicher Motivation, aus sozialen Berufsfeldern oder aus den örtlichen Vereinen waren anwesend, formulierten ihre Ideen und Ziele, aber auch ihre Wünsche für ihr ehrenamtliches Engagement in der Leverkusener Behindertenhilfe.
Die detaillierte und beteiligungsorientierte Vorbereitung des Projektforums und die Mobilisierung der Akteure sind unverzicht- bare Erfolgsfaktoren.
Die aktiv Beteiligten haben die Ergebnisse des Projektforums gemeinsam mit den Projektleiterinnen und externen Beratern erarbeitet. Die Inhalte der Arbeitsgruppen kamen von ihnen selbst. Die ersten Arbeitsaufträge zu Beginn des Projektforums waren dementsprechend offene Fragestellungen („Was fällt Ihnen ein zu der Zielgruppe x?“), leere Metaplanwände, Zeit und Stifte. Die Assoziationen, Ideen und Visionen der Männer und Frauen im Plenum wurden weder kommentiert noch selektiert, sondern fanden ihren Weg uneingeschränkt in die Arbeitsgruppen. Hier fanden die Teammitglieder „Manfort/Wiesdorf“ und „Opladen“ detaillierte Arbeitshilfen in Form von Leitfragen vor, an denen sie sich bei der folgenden Arbeit orientieren konnten. Zwei Beispiele: „Mit welchen Zielgruppen behinderter Menschen müssen wir in Manfort/Wiesdorf unsere Arbeit für die Ziele beginnen?“ und „Was bedeutet ‚sensibles und verantwortungsbewusstes Umfeld’ in Bezug auf Schlüsselpersonen unseres Projektes?“
Aufgabe der Projektleitung und der JSB Beratungsgesellschaft ist es, diese Arbeit zu begleiten und durch eine detaillierte Vorbereitung dafür zu sorgen, dass die Arbeitsprozesse wirkungsorientiert ablaufen. Deshalb wurden die Prozesse des Plenums immer wieder mit den Mitgliedern der beiden Teams Manfort/Wiesdorf und Opladen eintrainiert, vergleichbar den Vorbereitungen eines Fußballteams auf ein Spitzenspiel: Die verschiedenen Spielzüge müssen vertraut sein, die Pässe müssen sitzen; der Spielverlauf ist trotzdem offen. So optimal vorbereitet gingen die Teams auf das Projektforum.
Eine der zentralen Aufgaben der beratenden JSB-Projektleiter ist es, in relativer Distanz zu den Projektinhalten zu bleiben und aus der Adlerperspektive Impulse und Rückmeldungen zum Projektablauf zu geben – so auch in den Arbeitsgruppen. Als sich die Diskussionen zum Beispiel zu sehr um die Frage drehten, wie man mehr Besucher zu einem Stadtteilfest – an dem sich auch Behinderten-Einrichtungen beteiligen – bekommen könne, griff die Moderation ein und fragte: „Was wollen Sie mit dem Stadtteilfest erreichen?“ Die Antwort kam prompt: „Wir wollen ein selbstverständliches Miteinander-Leben von Behinderten und Nicht-Behinderten im Stadtteil.“ Damit war das Wirkungsziel formuliert!
Und hier schließt sich der Kreis der Erfolgsfaktoren wieder, und die Richtigkeit des Wirkungsorientierten Steuerungsansatzes wird deutlich: Es sind die Leverkusener Akteure, die die Verantwortung für Verlauf und Erfolg ihres Projektes tragen. Diese Verantwortung ist Teil der Wertschätzung, auf der das Projekt beruht. Diese intrinsische Motivation ist die Folge der bisherigen Arbeit und die Basis des weiteren Projektverlaufs: Die Beteiligten können alle bisherigen und zukünftigen Erfolge des Projektes auf ihre eigene Arbeit zurückführen.
Heute habe ich etwas dazugelernt und ich finde es spannend, Impulse aus der Vision der Inklusion für das Modellprojekt nutzen und weiterentwickeln zu können. Interessant war auch der Blick auf die Öffentlichkeitsarbeit - differenziert dargelegt in ihrer verstärkenden Wirkung für das bürger-
schaftliche Engagement.

Nur wer selbst überzeugt ist, kann andere über-
zeugen. Also versuche ich, mein eigenes Han-
deln erstmal „wirkungs-
orientiert“ auszurichten, eingefahrene Denk- und Arbeits- strukturen bewusst zu verändern und dann mit eigenem Beispiel für das System zu werben.

Der heutige Tag hat sich auf jeden Fall gelohnt, und wir sind auch ein gutes Stück weiter ge-
kommen. Und zwar deswegen, weil die Methode, die eingesetzt wurde, zunächst erst einmal ungewöhnlich ist. Wir haben nicht nur Ideen gesammelt, son-
dern immer geschaut, welches Ziel wir eigent-
lich verfolgen, was wir im nächsten Jahr, wenn wir uns wieder treffen, erreicht oder zumindest eingestielt haben wol-
len. In der Arbeitsgrup-
pe war es gar nicht so einfach, das immer wieder zurück zu binden. Bislang liefen Projekte doch immer nach dem Motto: „Egal welches Ziel wir haben – wir laufen schon mal los!“ Ich habe auch deswegen so ein besonders gutes Gefühl, weil wir unter dem Stichpunkt „Wer macht mit“ einige kon-
krete Namen aufschrei-
ben konnten. Hier haben sich Menschen mit ihrem Namen verpflichtet, die Nahziele weiter zu verfolgen.
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